Kompetente Beratung von 1982 bis 2021

Liebe Kunden*innen,

ab dem 6. Dez 2021 bleibt unser Geschäft nach 40 Jahren für immer geschlossen.

Wir danken allen Kunden*innen für die langjährige Treue und wünschen ein hoffentlich gesundes neues Jahr 2022

 

Das Räderwerk gibt es nicht mehr

Beitrag im Newsletter BG-Südstern 1/2022

Viele werden es schon gesehen haben:

eine Institution verlässt den Kiez. Das Räderwerk in der Körtestraße schließt nach 40 Jahren. Der Mietvertrag ist ausgelaufen und zwei der insgesamt vier Inhaber sind mittlerweile im Rentenalter.
Die Suche nach einem Nachfolger und auch fachkundigem jüngerem Personal war ohne Erfolg, Außerdem benötigte die Immobilienverwaltung mehrere Monate, um die Miethöhe für einen Nachfolger zu nennen und war, vorsichtig ausgedrückt, nicht kooperativ und kommunikativ, wie Kirsten Lenz berichtet.

Sie und ihr Mann sowie neun weitere Freunde hatten das Räderwerk 1982 gegründet. „Damals waren wir elf Studenten, die sich durch das Geschäft ihr Studium finanzieren wollten“, sagt sie.
„Die Männer unter uns wollten Räder reparieren, wir Frauen wollten Wolle verkaufen. Also haben wir beides gemacht: im Winter Wolle, im Sommer Räder.“ Mehrere kleine Läden wurden damals zusammengelegt, davon zeugen bis heute die vielen Türen an der Ecke Körte-/Freiligrathstraße. Die meisten der elf Gründer stiegen nach dem Studium in ihre jeweiligen Berufe ein, Kirsten Lenz und ihr Mann blieben bei den Rädern.

Am 6. Dezember 2021 war nun der letzte Verkaufstag, danach haben die Inhaber mit dem großen Räumen begonnen. Nicht nur der große Verkaufsraum, auch das Lager und die Werkstatt mussten leer werden.

„Wir würden uns einen anderen Fahrradladen als Nachfolger wünschen“, sagt Kirsten Lenz. Der Bedarf
im Kiez sei schließlich riesig. Doch noch ist unklar, wer den Zuschlag bekommt.
Das Räderwerk-Team weiß aberauch, wie hart das Fahrradgeschäft ist – vor allem, wenn man nicht nur Räder verkaufen, sondern auch reparieren will. Denn letzteres ist zwar angesichts der zunehmenden Zahl an Radfahrern zwar stark gefragt, gleichzeitig aber sehr personal- und zeitaufwendig und dadurch
wirtschaftlich weniger interessant.

Viele Stammkunden seien sehr traurig über das Ende des Räderwerks, so Kirsten Lenz.
„Wir hatten hier regelrechte Kondolenzbesuche, manche brachten Kekse, Schokolade oder Wein.“ Sie
und ihr Mann wohnen im Kiez, sie werden das Schicksal des Ladens also verfolgen.
Immerhin, ein Teil vom Inventar des Räderwerks können sie noch in den umliegenden Geschäften antreffen: So manche Vitrine steht nun in einem der benachbarten Läden.